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Glücksspielsteuer: 5,3 % und steuerfreie Gewinne

Rund um die Steuer kursieren viele Halbwahrheiten. Dieser Ratgeber ordnet die 5,3-%-Einsatzsteuer, die Frage nach steuerfreien Gewinnen für Privatspieler und die steuerliche Grauzone bei Offshore-Anbietern sachlich ein – ohne Rechtsrat.

5,3 % EinsatzsteuerGewinnekein Rechtsrat
Von Lena BrandtAktualisiert am
Geschrieben von · Faktencheck durch die Redaktion · Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Lena Brandt — Redakteurin für Regulierung & Spielerschutz

Bei der Besteuerung von Online-Glücksspiel in Deutschland werden zwei Dinge gern verwechselt: die Steuer, die der Anbieter abführt, und die Frage, ob Sie als Spielerin oder Spieler Ihre Gewinne versteuern müssen. Beides ist streng zu trennen. Dieser Ratgeber erklärt beide Seiten – und bleibt bei den Grundlagen, weil Steuerrecht Einzelfallrecht ist.

Kein Rechtsrat

Dieser Ratgeber ist eine allgemein verständliche Einordnung der Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung. Das Glücksspielrecht ist komplex, hängt vom Einzelfall ab und entwickelt sich durch neue Gerichtsentscheidungen laufend weiter. Für eine verbindliche Auskunft zu Ihrer persönlichen Situation wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt für Glücksspiel- oder Verwaltungsrecht.

Die 5,3-%-Einsatzsteuer

Für virtuelle Automatenspiele und für Online-Poker erheben die deutschen Rennwett- und Lotteriegesetze eine Steuer von 5,3 % auf den Spieleinsatz – nicht auf den Gewinn. Für Sportwetten gilt ebenfalls eine Steuer von 5,3 % auf den Wetteinsatz.

Wichtig zu verstehen

Diese Steuer schuldet der Anbieter, nicht Sie direkt. In der Praxis reichen viele lizenzierte Anbieter die 5,3 % aber ganz oder teilweise an die Kundschaft weiter – etwa indem sie sie vom Einsatz oder vom Gewinn abziehen. Spürbar wird die Steuer also trotzdem.

Sind Gewinne für Privatspieler steuerfrei?

Für reine Privatspielerinnen und Privatspieler gilt in Deutschland als Grundsatz: Gewinne aus Glücksspiel sind in der Regel keine steuerpflichtige Einkunftsart. Glück gilt steuerlich nicht als Einkommen aus einer Tätigkeit. Wer gelegentlich bei einem lizenzierten Anbieter gewinnt, muss diesen Gewinn daher in aller Regel nicht in der Einkommensteuererklärung angeben.

Anders kann es aussehen, wenn das Spielen die Züge einer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit annimmt – etwa bei professionellem Pokerspiel mit planmäßigem, nachhaltigem Vorgehen. Hier ist die Grenze fließend und einzelfallabhängig; in solchen Fällen kann eine Steuerpflicht entstehen.

SituationEinordnung (allgemein)
Gelegentliches Spiel, lizenzierter AnbieterGewinn für Privatpersonen i. d. R. steuerfrei
5,3-%-Einsatzsteuervom Anbieter geschuldet, oft weitergereicht
Professionelles / gewerbliches Spielenkann steuerpflichtig werden – Einzelfall
Offshore-Anbietersteuerliche Grauzone, siehe unten

Offshore-Anbieter: die steuerliche Grauzone

Bei Offshore-Anbietern ohne deutsche Erlaubnis wird es unklarer. Die 5,3-%- Einsatzsteuer wird dort nicht wie bei lizenzierten deutschen Anbietern abgeführt, und die steuerliche Behandlung solcher Konstellationen ist weder einheitlich geklärt noch für den Einzelfall pauschal zu beantworten.

Ehrlich eingeordnet

Die Aussage „Gewinne sind immer steuerfrei“ greift bei Offshore-Angeboten zu kurz. Ob und wie etwas steuerlich zu behandeln ist, hängt vom konkreten Sachverhalt ab und befindet sich in einer Grauzone. Verlassen Sie sich nicht auf pauschale Aussagen aus Foren oder Werbetexten.

Im Zweifel: fragen Sie eine Fachperson

Steuerrecht ist Einzelfallrecht. Wenn Sie regelmäßig oder in größerem Umfang spielen, professionell spielen oder bei einem Offshore-Anbieter gewinnen, lassen Sie Ihre persönliche Situation von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater beziehungsweise einer auf Glücksspielrecht spezialisierten Kanzlei prüfen. Dieser Ratgeber kann eine solche Beratung nicht ersetzen.

Hilfe bei problematischem Spielverhalten

Glücksspiel kann süchtig machen. Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Spielverhalten zu verlieren, holen Sie sich Unterstützung. Die kostenfreie und anonyme Beratungshotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erreichen Sie unter 0800 - 137 27 00. Weitere Angebote und einen Selbsttest finden Sie auf check-dein-spiel.de. Eine anbieterübergreifende Selbstsperre richten Sie über OASIS ein.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Glücksspielsteuer in Deutschland?
Für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten gilt eine Steuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz – nicht auf den Gewinn. Geschuldet wird sie vom Anbieter, der sie in der Praxis aber oft an die Kundschaft weiterreicht.
Muss ich meine Casino-Gewinne versteuern?
Für reine Privatspielerinnen und Privatspieler sind Glücksspielgewinne in Deutschland in der Regel keine steuerpflichtige Einkunftsart und müssen meist nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Bei professionellem oder gewerblichem Spielen kann das anders sein. Das ist keine Steuerberatung – im Zweifel eine Fachperson fragen.
Wer zahlt die 5,3-%-Einsatzsteuer?
Rechtlich schuldet sie der Anbieter. Viele lizenzierte Anbieter reichen die Steuer jedoch ganz oder teilweise an die Kundschaft weiter, etwa durch Abzug vom Einsatz oder Gewinn.
Sind Gewinne bei Offshore-Anbietern steuerfrei?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei Offshore-Anbietern ohne deutsche Erlaubnis befindet sich die steuerliche Behandlung in einer Grauzone und hängt vom Einzelfall ab. Verlassen Sie sich nicht auf pauschale Aussagen; lassen Sie Ihre Situation gegebenenfalls fachlich prüfen.
Wann wird Glücksspiel steuerlich zur gewerblichen Tätigkeit?
Wenn das Spielen planmäßig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird, etwa bei professionellem Pokerspiel, kann die Grenze zur steuerpflichtigen Tätigkeit überschritten sein. Die Abgrenzung ist fließend und einzelfallabhängig – hier ist Beratung durch eine Fachperson sinnvoll.
Ersetzt dieser Ratgeber eine Steuerberatung?
Nein. Dieser Ratgeber gibt nur eine allgemeine Einordnung und keinen Rechts- oder Steuerrat. Für verbindliche Auskünfte zu Ihrer Situation wenden Sie sich an eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder eine auf Glücksspielrecht spezialisierte Kanzlei.